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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was ist eigentlich Multiplex?


xordinary
12.05.2002, 10:47
hallo zusammen,

nachdem ich heute brav zuerst die suchfunktion benutzt habe, meine frage aber dennoch nirgends beantwortet finde, mache ich mal wieder ein neues thema auf, in der hoffnung, dieses mal niemandem damit auf die nüsse zu gehen... :-)

also.
jetzt lese ich hier immer wieder diesen ominösen begriff, der allem anschein nach nichts gutes repräsentiert. aber was genau ist das denn nun eigentlich?

grüße
xordinary

nekko
12.05.2002, 10:59
Bedeutet Multiplex. Das heißt die Informationen innerhalb des Fahrzeuges, also die Informationen von den Schaltern z.B. werden digital übertragen. Das funktioniert zur Zeit nicht wirklich gut, es kommt zu Zeitverschiebungen und zu Ausfällen.
--
nekko :hasi:

Für Rechtschreibfehler wird nicht gehaftet.

knureg
12.05.2002, 11:40
@xordinary

Zeitverschiebung ist richtig, ca.1 Sekunde nach betätigen des entsprechenden Schalters erfolgt die Reaktion darauf (Hupe oder Lichthupe z. B. )
aber Ausfälle hat unser CC mit Mulipextechnik noch nicht gehabt.
Funktioniert alles bestens und an die kurze Verzögerung gewöhnt man sich sehr schnell.

mfg

knureg

Smofy
12.05.2002, 13:55
Original von knureg:
Zeitverschiebung ist richtig, ca.1 Sekunde nach betätigen des entsprechenden Schalters erfolgt die Reaktion darauf (Hupe oder Lichthupe z. B. )

Was genau Multiplex ist und welche Vorteile es bietet (irgend einen Vorteil muss es geben, sonst würde man sowas ja nicht einsetzen), kann ich leider nicht sagen. Nachteil ist auf jeden Fall die Verzögerung die knureg angesprochen hat - aber eine 1 Sek. ist diese nicht. Beim betätigen der Hupe ist, wenn überhaupt, eine minimale Verzögerung feststellbar. Bei der Lichtupe ist die Verzögerung schon deutlich länger - aber niemals eine Sek. Ich würde knapp 0,5 Sek. schätzen, ehr kürzer.
So ist es jedenfalls bei meinem 110er 01/2002


--
Tipps, Tricks und Problemlösungenzum 206cc findet ihr in den [b]FAQs (http://zeze.piranho.de)

Marcus2
12.05.2002, 15:03
OK, hier nochmal eine eher allgemeine Erklärung:

Ein normales Fahrzeug hat eine konventionelle Verdrahtung über einen Kabelbaum, d.h. von Jedem Schalter, Kontakt, Sensor usw. führt ein Kabel zum jeweiligen Zielpunkt (Motor, Lampe, Elektronikbaugruppe usw.)
Für jede Funktion ist ein Verbindungskabel zwischen Signalquelle und Signalziel erforderlich, es ist nicht möglich mehrere Funktionen in eine Kabelader zu bündeln.

Je nach Umfang der verbauten Autoelektrik kann so ein Kabelbaum ziemlich umfangreich und vor allem schwer werden, bis zu 10 KG Kabel sind dann verbaut.

MULTIPLEX:
Im Fahrzeug wird ein Datenbus aufgebaut, der alle Elektrobauteile miteinander verbindet. Zusätzlich natürlich noch 12V Bordnetz als Spannungsversorgung, sonst funkt es nicht.
JEDES Elektrobauteil im Fahrzeug verfügt über eine eindeutige Busadresse zur Identifizierung. Durch zentrale oder dezentrale Softwareprogrammierung kennen die einzelnen Bauteile ihre Funktion, ihre "Ansprechpartner" im Bussystem und ihr Verhalten (Reihenfolge und Wichtigkeit von Datentelegrammen, Verhalten bei Busstörung usw.).
Um "Datenstau" im Auto zu vermeiden, werden i.d.R. getrennte Bussyteme für Motormanagement, Fahrdynamik, Beleuchtung und Komfort etc. aufgebaut.

Vorteil der Multiplextechnik:
Reduzierung des Verkabelungsaufwandes
einfachere Bauform des Kabelbaumes, geringeres Gewicht
standardisierte, herstellerübergreifende Technik nach Industrienormen
update- und upgradefähig
Fehlerdiagnose durch Auswertung von Fehlerspeichern vereinfacht

Nachteile:
Es ist Software mit im Spiel... (auch nicht viel besser als bei Microsoft)
Schaltverzögerung durch die Buselektronik, insbeondere bei hoher Buslast
Autoelektrik-Selberbastler haben verloren, ohne professionelle Programmierkenntnisse, massives Technik Know-How und die entsprechende Hardware geht hier gar nichts

Jochen
12.05.2002, 17:00
Danke Marcus2,
jetzt glaube ich versteht jeder was hinter dieser Technik steckt.

Zu diesem Thema habe ich dann noch eine Frage, ist es eine Entwicklung von Peugeot oder kommt die von der Konzernmutter???
Und gibt es noch andere Hersteller die auf diese Technik zurückgreifen???

Grüße Jochen

Marcus2
12.05.2002, 17:56
Wie gesagt, diese Bustechnik setzt auf Industriestandards auf wie Xbus oder CAN. Diese Standards sind allgemeingültig und nicht auf bestimmte Hersteller zugeschnitten, d.h. es wurden auch keine Sachen neu erfunden, sondern bekannte Techniken für den Kfz-bereich adaptiert.

Solche Industriebussysteme werden schon seit einigen Jahren erfolgreich eingesetzt, z.B. bei der Gebäudeautomatisierung, Prozeßleitsteuerung, Fertigungslinienüberwachung, Förder- und Transportsystemen, Visualisierung, MSR Technik (Messen Steuern Regeln) und und und...

Wer zuerst solche Bustechniken eingesetzt hat weiss ich nicht, evtl. kann Scheffe Ingenieur AMUE mehr dazu sagen.
Generell gibt es in eigentlich allen Neufahrzeugen nur noch Bustechnik und keine konventionelle Verkabelung mehr - also keine Peugeot bzw PSA spezifische Erfindung.

cf
12.05.2002, 18:00
@jochen

die technik ist keine peugeoterfindung sondern ein sich im automobilbau etablierender standard.
im nutzfahrzeugbereich - da heisst das kind canbus - ist es bei fast allen herstellern üblich. da sind auch die vorteile wesentlicher gravierender, da z.b. der kabelbaum sehr viel umfangreicher ist, die größe machts.
dort kann man auch schon die nächsten entwicklungsstufen sehen.
- bei einem kickdown werden kurzfristig größere verbraucher ( klimaanlage ) abgeschaltet um die volle motorleistung zu haben
- der tempomat hält nicht nur durch gasgeben die geschwindigkeit, sondern bremst auch eigenständig im gefälle
- das normale schaltgetriebe wird vollautomatisch durch die elektronik geschaltet. also automatik ohne den nachteil eines wandlers
- bremsen werden direkt am rad gesteuert und nicht über eine behäbige pneumatik

die vorteile der technik sind enorm und du kannst davon ausgehen, das es in 10 jahren kein auto mehr ohne gibt.
das ist etwa so wie der vergaser im motorbau. multiplex entspricht der heute üblichen einspritzung.

gruß christian :bounce:

ccplus
15.08.2002, 16:31
Mein Thread habe ich geschlossen bekommen ... passt hier zwar nicht, aber häng mich jetzt halt diesen ...

Kennt jemand die Steckerbelegung des Diagnosesteckers, bzw kann diese rausfinden? Ich will eigentlich nur wissen,
welches die beiden CAN Leitungen sind (Denk doch, dass es CAN ist).

mfG

RK
21.01.2003, 12:47
AUSFALLSICHERUNG

Immer häufiger Pannen durch mangelhafte Elektronik

Elektronik macht das Auto besser - aber nur, wenn sie funktioniert. Die Sicherheit der Systeme ist noch immer eine der größten Herausforderungen für die Autohersteller. Im Center of Automotive Research (CAR) in Gelsenkirchen haben Forscher jetzt die Daten von fast einer Million Pannen ausgewertet, um den Ursachen für Ausfälle und Fehler auf den Grund zu gehen.


Gelsenkirchen/Hannover - Für die Sicherheit der elektronischen Teile ergibt sich ein recht düsteres Bild: Waren 1998 noch 45,2 Prozent aller Pannen auf Probleme mit Elektrik und Elektronik zurückzuführen, so lag der Anteil 2001 bereits bei 49,6 Prozent. "Die Elektronik ist hilfreich, macht das Auto komfortabler und sicherer und erlaubt auch stärkere Motoren bei geringeren Verbräuchen", sagt Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Forschungszentrums. Doch die eine oder andere Neuheit der jüngsten Vergangenheit sei womöglich bei den Autoherstellern nicht so ausgereift gewesen, wie sie sein sollte.
Möglicherweise liegt das auch daran, dass es bei der Abnahme eines neuen Fahrzeugtyps bislang noch keine Regelungen dafür gibt, wie die Qualität eines neuen elektronischen Systems zu bewerten ist. Jetzt kommt mit der Einführung einer gänzlich neuen Brems- und Lenktechnik kommt Bewegung in die Sache - und zwar bei den Bremsanlagen, die nicht mehr rein mechanisch-hydraulisch, sondern auch elektronisch funktionieren, sowie bei den künftigen elektronischen Lenkungen.

"Solche Lenk- und Bremsanlagen bestehen aus einer Vielzahl von Bauteilen. Es wird geprüft, was passiert, wenn einzelne Bauteile ausfallen. Das System muss Fehler erkennen können, sie dem Fahrer anzeigen und gegebenenfalls in den sicheren Zustand wie den Notlauf überleiten", so Folkert Jürgens, Leiter der Typprüfung beim TÜV-Nord in Hannover. Allerdings werden sich auch solche Prüfungen weiter nur auf sicherheitsrelevante Elektronik-Bauteile beziehen - jene Teile also, die für sicheres Fahren, Lenken und Bremsen zuständig sind.

"Man entwickelt Autos im Prinzip immer noch wie vor 20 Jahren", so Dudenhöffer. "Tatsächlich hat man jetzt aber eine Situation wie im Flugzeugbau." Entsprechend sollte die Elektronik-Absicherung auch behandelt werden. Der Experte glaubt jedoch, dass die Industrie das Problem erkannt hat: "Man hat festgestellt, dass das Rennen um Innovationen nicht alles ist. Qualität und Ausfallsicherheit sind ein Thema bei den Herstellern - ich denke, die kriegen das in den Griff."

Dennoch werde in den kommenden zwei bis drei Jahren der Anteil der Elektronik-Pannen weiter steigen, schätzt Dudenhöffer. Denn bis die Techniker neue Methoden entwickelt haben, um die Systeme standfester und sicherer zu machen, wird es einige Zeit dauern. Wenn diese Methoden sich jedoch bewähren, kann es laut Dudenhöffer bis zum Jahr 2010 so weit kommen, dass der Anteil der elektronischen Pannen wieder auf den derzeitigen Stand von etwa 50 Prozent sinkt.

Doch es gibt im Zusammenhang mit der Elektrik auch Gutes zu berichten: "Viele Probleme sind dadurch beseitigt worden, dass die Elektrik mechanische Bauteile ersetzt", sagt Helmut Schmaler vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg. Unter anderem gebe es keine Probleme mehr mit Vergasern: Die elektronische Einspritzung sei besser. Zudem können die Profi-Pannenhelfer mit den elektronischen Macken offenbar recht gut umgehen: Der Prozentsatz der liegen gebliebenen Fahrzeuge, die auf Grund von Hilfsmaßnahmen vor Ort weiter fahren können, ist laut Schmaler leicht steigend.

Von Heiko Haupt, gms / www.spiegel.de





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Flauten-Surfer
14.02.2003, 12:34
Hat schonmal jemand sich die Mühe gemacht und an dem CAN(?)-bus gelauscht?
Ich dachte mir, ich frag hier mal nach, bevor ich meinem TseTse mit dem Logicanalyzer zu Leibe rücke....

Gruß,
Flauten-Surfer