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Zweimassen-Schwungrad defekt?

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    [206cc] Zweimassen-Schwungrad defekt?

    "Zwitschern" beim Abstellen tut mein Auto schon lange. Inzwischen manchmal auch im Standgas.

    Neu sind Vibrationen beim Beschleunigen ziemlich genau und nur bei 2000 Umdrehungen.

    Andere Anzeichen nicht erkennbar: kein unrunder Leerlauf, kein Vibrieren des Schaltknaufs, keines im Kupplungspedal. Für mein Ohr keine weiteren ungewöhnlichen Geräusche. Ein-Aus-Kuppeln geht völlig glatt.

    Getriebeöl wurde meines Wissens noch nie gewechselt.

    Mein früherer CC fing irgendwann an, so furchtbar zu vibrieren und zu schütteln, dass der damalige Schrauber, der zuvor schon mal das Zwitschern unklar lachend kommentierte, sofort "Kupplung" sagte und das Zweimassen-Schwungrad meinte.

    Kündigt sich hier was Größeres an? Thomas schrieb mal von einem zerrissenen Zweimassenschwungrad bei 410.000 km... meiner hat jetzt 235.000.

    Oder habt Ihr einen ganz anderen Ansatz, Motorlagerung, Auspuffhalterung oder was weiß ich? Neulich war mal der DPF ausgebaut, weil ein neuer Turbo rein kam.

    Freu mich auf Ideen, auch wenn sie womöglich nicht erfreulich sein sollten :-)
    Herman



    #2
    Moin,

    das kann aber tatsächlich ein sich ankündigender Defekt des ZMS sein. Die beiden anderen, an denen ich dran war, hatten das bei plusminus 250.000 km.
    Mit den Vibrationen kann es anfangen. Wenn mehrere der sechs Federn im ZMS durch sind, fängt die Kupplung an, schlecht zu trennen. Ab diesem Stadium hast Du dann eine Restnutzungsdauer von 3 bis 3.000 km, und wenn alle durch sind, stehst Du.

    Natürlich will man bei gerade diesem Modell nicht ohne Not das Getriebe ausbauen und das daher nicht auf Verdacht machen, das ist mir schon klar.
    Ich will jetzt auch nicht der Spielverderber sein, aber ob ich mit dem Verdacht eine Reise von mehr als 500 km antreten würde, weiß ich nicht (bzw. würde ich mit dem Auto so weit nicht machen). Man riskiert halt, irgendwo fern der Heimat stehen zu bleiben, und dann entweder die vor Ort bestehenden Angebote annehmen zu müssen, oder einen mühsamen Rücktransport organisieren zu müssen.

    Mit Automobilclubs habe ich leider die konkrete Erfahrung sammeln müssen, dass an der Telefonhotline nach Modell, Baujahr und Laufleistung gefragt wird, und man dann eine kostenlose Entsorgung vor Ort angeboten bekommt...

    Viele Grüße
    Thomas

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      #3
      Du ein Spielverderber? Also bitte! Ich wollt doch genau Deine Meinung erfahren.

      Stand heute: Das Auto will nicht ins Krankenhaus. Heute waren alle Vibrationen und Geräusche weg, zumindest für mich nicht hörbar.

      Eine Werkstatt meines Vertrauens hörte es dennoch: Zweimassenschwungrad. Beim leichten Gasgeben, "hören Sie?" Deine Vermutung und meine Befürchtung stimmen also mit dem Ohr dieses Experten überein. Du hättest es gewiss auch gleich vernommen.

      Im Netz kostet ein Kupplungssatz ab 300. Beim Teilehändler, den ich gut finde, 480. Bei der Werkstatt 800 plus 10,5 Std Arbeit = Summe 1800. Die würden mir sogar ein woanders beschafftes Teil einbauen, aber "wenn was nicht passt..."

      Also neige ich dazu, es mit dem Satz vom Händler selbst zu versuchen, das wird dann ein größeres Experiment.

      Lustig: Ein Kunde im Teile-Laden meinte lachend: "Kleinigkeit, aber einen Tag musste schon rechnen, nix Stunden, und tief absenken und so oder so rum drehen". Ich habe Deine Kommentare im Kopf, von wegen eng und Anlasser und versteckte Schraube.

      Eine Bühne kann ich nutzen (Premiere für mich), es gibt dort einen Getriebeheber und jemanden, der viele Oldies hat und ziemlich alles selbst schraubt. Der hilft mir. Das ist jener Vetter mit dem Lötkolben. Blöd nur: Die Halle ist 10 km entfernt von mir und andere wollen sie vielleicht auch bald wieder benutzen. Nix mit meinem Easy-Tempo "hier und da mal für 1-2 Stunden basteln".

      Braucht man irgendwelches Spezialwerkzeug?

      PS: Meine Erwägung, dem ADAC beizutreten, hast Du am Rande auch beantwortet. Ähnliches berichtete mir mein Bruder, da hat dann ein Werkstattmensch den ADAC überzeugt, dass kein wirtschaftlicher Totalschaden vorlag, sondern nur ein Radlagerschaden.

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        #4
        Update: Kupplungssatz kommt heute Nachmittag, ich bekomme den Schlüssel für die Halle mit Bühne, das Wetter ist ja noch gut (nicht beheizbar) UND: Ich krieg ein Auto, das da sowieso rumsteht, ein 190er. Mein Vetter will bestimmt gleich anfangen, wie ich ihn kenne. "Beim Benz liegt das Getriebe in 20 Min auf dem Boden, aber hier..." Der Start klingt doch schon mal gut.

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          #5
          Okay. Ich wollte die Tage in Ruhe ein paar Anmerkungen dazu schreiben, weil ich dachte, so schnell geht es nicht los...

          Mal ganz auf die Schnelle ein paar wichtige Punkte ohne Reihenfolge.

          - größte Vorsicht mit den Servoleitungen. Die sind empfindlich und für Geld und gute Worte nicht mehr zu bekommen. Auf jeden Fall die Servopumpe abschrauben und sicher aufhängen, damit Ihr an den Leitungen Platz habt. Wer ganz sicher gehen will, baut die Leitungen komplett aus, muss dann aber ca. 1 Liter Servoöl (Fluide DA, organge) nachfüllen. Müsste auch so gehen. Pumpe losmachen auf jeden Fall.

          - der Pin auf dem Getriebe, der in dem Getriebelager unter der Batterie ist, muss weg. 16er Rohrsteckschlüssel (evtl. vorher noch kaufen, sowas braucht man ja sonst nicht wirklich). Eine normale 16er Langnuss ist zu kurz, Maul- oder Ringschlüssel rutschen über, Wasserpumpenzange ist Krampf und beschädigt den Pin.

          - Eine gemeine Schraube SW13 ganz versteckt neben dem FAP. Der FAP bleibt eingebaut, die Schraube kann man aber nur (und ganz zuletzt) millimeterweise lösen, das Getriebe wird dabei auch ein Stück vom Motor weggedrückt, weil man die Schraube nicht nach hinten herausnehmen kann. Und ganz zuerst wieder einbauen.

          - sehr sorgfältig zentrieren, am besten mit exakt passendem Zentrierdorn (habe ich mir für den vierten Durchgang in der heimischen Garage mal angefertigt)

          - Ausbauen der beifahrerseitigen Antriebswelle vereinfacht das Wiederansetzen des Getriebes enorm (die Stunde Zusatzarbeit kann sich erfahrungsgemäß lohnen), ist aber keine Pflicht.

          - man ist ja geneigt, quer eingebaute Motoren immer etwas abzusenken, um das Getriebe aus- und einzubauen. Dies hat sich als nicht zielführend erwiesen, vor allem beim Einbau. Motor möglichst gerade halten, dann geht es viel leichter rein, weil es nicht so anstößt.

          - wenn der Thermostat nicht mehr über jeden Zweifel erhaben ist und man den eh demnächst wechseln will, jetzt machen. Kühlerkram von oben abbauen erleichtert die Sache auch, ist aber keine Pflicht.

          - Anlasser gerne elektrisch angeschlossen und vor Ort lassen, den herausfädeln ist auch kein Spass (wenn der ganz raus soll, Antriebswelle auf jeden Fall weg, das erspart dann so viel Frust, dass die Mehrarbeit auf jeden Fall gerechtfertigt ist).

          Das jetzt mal ganz auf die Schnelle und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

          Wenn was ist, schreib einfach. Ich guck ab und zu rein, hab jetzt aber auch erstmal zu schaffen, so lange Wetter ist und man dank Nicht-Feiertag noch guten Gewissens Krach machen kann.

          Viel Erfolg, und ich wünsch Euch dass Ihr nicht schon am linken Traggelenk das erste Mal ko...

          Wo die Schrauben sind gehts auf
          Zuletzt geändert von thomas44; 02.10.2026, 14:02.

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            #6
            Thomas, Du kriegst den Nobelpreis!

            Ja, stimmt, ging jetzt alles ganz schnell. Auto steht schon auf der Bühne und R, mein Vetter, lässt nicht schnell los :-) Ich darf jetzt Mercedes 190 fahren, 40 Jahre alt. Auch cool. Natürlich will ich meinen CC wieder und vermute, dass sich all die Arbeit und Kohle lohnen :-)
            Mühe hatten wir bislang
            1. mit dem Schaltgestänge, wie kriegt man wohl die Dinger aus dem "Plastik-U"?
            2. Zentral-Muttern am Rad: Er benutzte schließlichg ein uraltes Werkzeug von Kraftmeier, das 1:4 übersetzt. Weil Schlagschrauber nix ging und ein langes Rohr als Hebel meinen Knebel ordentlich verbog.
            3. Jene 13erSchraube hinter dem FAP schafften wir mit einem flach geflexten Ring schließlich zu lösen ging, sie ist aber noch drin.

            Morgen geht es weiter. Ich hab gleich mal Deine Empfehlungen weitergeschickt.

            Enjoy WE & Feiertag!
            Herman

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              #7
              1:4 UNTERsetzt natürlich.
              Den 16er Rohrsteck fand ich im Repertoire meines Vaters, der war auch so ein Frickler. Von irgendwem haben wir das ja, er hat meine entsprechenden Grundlagen gelegt. "Wenn die Kinder Radfahren wollen, müssen sie die auch reparieren können."

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                #8
                äh... Frage zur Foren-SW: Wieso seh ich manchmal nur leere Einträge? Deinen von vorhin hab ich gelesen, kopiert - nu isser wech?

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                  #9
                  ahhh... umschalten auf Deutsch hilft

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                    #10
                    Hast Du auf die Schnelle die Drehmomente? Einige hab ich schon zusammengesammelt...

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                      #11
                      Der Händler gab mir 2 Liter Getriebe-Öl mit. Irgendwo stand was von 2,5

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                        #12
                        Schaltgestänge:
                        Erst die Kugelköpfe abdrücken. Geht gut mit nem Maulschlüssel, drunterschieben und abhebeln. Macht flutsch und ist los
                        Aus dem Kunststoff-U: einfach nach oben drücken. Wenn die Seilzüge nicht mehr im Weg sind, unten mittig einen breiten Schlitzschraubendreher druntersetzen und drehen, so dass eine Hebelkraft nach oben aufgebaut wird, dann lösen sie sich. Rest geht per Hand.

                        Dieses Kunststoffteil solltet Ihr auf jeden Fall abbauen. Ist sonst arg im Weg und kann beim Einbau beschädigt werden. Eine Schraube von oben und eine etwas versteckte von hinten, war glaube ich SW 11 (also die hintere).

                        Drehmomente: dazu kursieren viele verschiedene Angaben...
                        Kupplungsdruckplatte 20 Nm ist das einzige, wo scheinbar Einigkeit besteht. Das steht auch in den Peugeot-Werksunterlagen. Habe 25 gemacht, weil mir die 20 gefühlt zu wenig sind.
                        Für das Schwungrad selbst gibt es dort die Angabe 48 Nm, allerdings anscheinend für einfache Schwungräder. Dann gibt es verschiedene Meinungen zu zweistufigem Anzug, Winkelanzug usw. usf... ich habe letztens pragmatisch einfach 65 Nm gemacht, aber keine Gewähr dafür.

                        Evtl. hilft Dir das hier:
                        Neue ZMS-Anzugsdrehmomenttabelle von Schaeffler - Krafthand​

                        Getriebeöl: passen etwas mehr als 2 Liter rein, aber keine 2,5. Vielleicht 2,2 bis 2,3. Mit 2l kannst Du erstmal fahren, nach ein paar Wochen noch mal schauen ob alles dicht ist und ggf. die fehlenden 200 ml nachfüllen.

                        Viel Erfolg weiterhin!

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                          #13
                          Pin von dem Getriebelager mit 16er Rohrsteck: 50 Nm, Mutter vom Getriebelager 60 Nm, Antriebswelle 245 Nm.
                          Quelle: Peugeot ServiceBox (als man da noch dran kam)...


                          Rest nach Schraubergefühl.

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                            #14
                            Namd!

                            Heute sind wir einigermaßen demoralisiert, R meinte mal "heute scheitern wir", DAS glaube ich noch nicht. Ob und wie wir die vielen teils unsichtbaren Schrauben, Stecker und Teile je wieder reinkriegen...

                            Stand jetzt:

                            Nach 13 Std haben wir nahezu alles frei und los. Stimmt schon, Traggelenk rechts bereitete uns sehr viel Mühe. Der weiße Schaltmechanismus dito, ich löste es schließlich mit einer 30-40 cm langen Verlängerung auf der 11er Nuss. Mit Stolz immerhin. Alle groben Sachen hat R geschafft. Er flucht nicht, mir wird langsam arg unwohl.

                            Was noch fehlt, ist vermutlich die hintere Schraube vom Anlasser, die man doch drüben gucken sieht, ihren Kopf hüben aber nur ahnen und bestenfalls ertasten kann. Eine von denen haben wir raus, die war lang und schien bis in die Glocke zu gehen. Anlasser ist noch drin und angeschlossen.

                            Servopumpe ist los und hängt schön vor sich hin. Schläuche noch dran.

                            Viele Fragen:

                            ? Muss diese Schraube hinterm Anlasser raus, wie kommt man dran, weißt Du die Größe?

                            ? Wie kommt dann das Getriebe raus, Tricks und Kniffs? Getriebeheber scheint uns soo nützlich gar nicht (zumal er sifft. Aber er tuts noch). Unser derzeitiger Plan ist, eine improvisierte Motorbrücke zu bauen. Der Nachbar mit einer richtigen ist leider nicht da.

                            Fragen für die Zukunft:

                            ? Die Simmerringe zumindest an den Antriebswellen: einer hart, der andere sieht SCH und franselig aus. Der Teilehändler meinte, die macht man nur neu, wenn man ihnen was ansieht - dem ist so. Kann ich die dort kaufen oder sollte ich zu Peug und gibt es die da überhaupt?
                            ? Die Haltegummis der Servo-Pumpe und des Luftfilterkastens sind hinüber oder sogar wech. Krieg ich sowas?
                            ? Braucht die Radaufhängung neue selbstsichernde Schrauben?

                            Generell:
                            ? Haste noch Lust auf uns?


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                              #15
                              Anlasser sind drei Schrauben Inbus 6 mm.
                              Wenn alles abgebaut ist kann man das Getriebe nach seitlich und dann nach unten rausheben. Letztens in der Garage hab ich nen Schwerlastanker in die Decke gesetzt und das Getriebe ganz langsam abgeseilt. Das war eigentlich am einfachsten, besser als jeder Getriebeheber, und vor allem ging das gefahrlos alleine…

                              Simmerringe auf jeden Fall neu machen. Achtung rechts/links unterschiedliche Größe.

                              Haltegummis Luftfilterkasten gibt es einzeln.
                              Die Qualität im Zubehör ist mäßig, aber akzeptabel. Bei PUG sehr teuer mittlerweile und keine Ahnung, ob wirklich besser.
                              Gummis von der Servopumpe muss man irgendwie improvisieren, hab ich einzeln noch nicht gesehen… wenn Ihr welche findet: ich nehm auch fünf

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